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Mammutprojekt
Sanierung der Schonunger Sattleraltlasten: Momentan wird geplant, erst im Sommer kommen Bagger und Lkws"Viele kleine Puzzlesteine, die man zusammenfügen muss". sehen die Verantwortlichen vor sich liegen. Im Sommer startet endgültig die bauliche Sanierung der Sattler-Altlasten in Schonungen. Die Planungen hierfür sind beim Landkreis Schweinfurt als Bauherr derzeit im vollen Gange. Anfang Juni wird wohl damit begonnen, die Baustelle einzurichten. Schon ab Mai dürften den Anwohnern die einzelnen Pläne vorgestellt werden, wie die Maßnahmen dann ablaufen werden. Momentan laufen die Ausschreibungen für die einzelnen Arbeiten. 14 Projekte sind europaweit zu vergeben. Sogar eine Vergaberechtskanzlei hat der Landkreis eingeschalten. Es darf nichts passieren, "sonst haben wir locker mal ein halbes Jahr Stillstand", weiß Volker Leiterer, Leiter des hiesigen Umweltamtes. Mit 33 Millionen Euro sind die Sanierungen der Altlasten veranschlagt. Alleine die Hälfte davon kostet wohl die Entsorgung des belasteten Bodenaushubs. Dabei geht der Landkreis jeweils in Vorleistung und muss zunächst die Rechnungen bezahlen, die letztlich freilich der Freistaat übernimmt.
Eine erste Etappe ist auch bezüglich des Bodens schon zurückgelegt. Die Genehmigung für eine Deklarationshalle auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Rothmühle bei Geldersheim ist erteilt, der Bau kann bald beginnen. In die 4000 Quadratmeter große Stahlbeton-Konstruktion wird der Aushub transportiert, um ihn dort abfallrechtlich einzustufen. Diese Transportmaßnahmen zunächst über den Ort Waldsachsen sind für die dortigen Anwohner die größte Sorge. Immerhin stehen doch an 840 Tagen bis 2015 insgesamt 9500 Lkw-Fahrten an. "Der Abriss der Richter-Halle war für uns aber schon mal ein Vorlauf, um zu sehen, wie alles läuft", sagt Volker Leiterer. Und er zieht ein positives Fazit. Mitte Dezember schon wurde die Baustelle, wo einst eine Farbenfabrik und eine chemische Reinigung stand, abgenommen und geräumt. Rund 2500 Quadratmeter groß ist die nun asphaltierte Fläche, die nach Abschluss der Altlastensanierung und einer städtebaulichen Aufwertung des Quartiers in das Eigentum der Gemeinde Schonungen übergeht. Für Kosten von rund 350.000 Euro sorgte der Abbruch von gut 2000 Tonnen Material. Knapp über 100 Lkw-Fahrten auf der Transportroute erbrachten ebenso erste Erkenntisse. "Es gab eine Beschwerde eines Anwohners, ein Lkw würde durch den Ort 'donnern'", berichtet Thomas Benz vom Umweltamt. Der Vorwurf aber konnte dank genauester Aufzeichnungen entkräftet werden: Maximal 35 km/h hatte ein Schwerlaster auf dem Tacho.
Das gute Wetter half bei der zügigen Umsetzung des Abbruchs. Die Anwohner nahmen das Angebot des Landratsamtes weitestgehend nicht an, die Fenster zum Schutz der Staubemission während der Maßnahme verklebt zu bekommen. "Wer darauf verzichtete, bekam die Fenster geputzt", berichtet Leiterer. Weil es nicht regnete, war der Staub sichtbar. Die Baustelle, die nun auf der Sattlerwiese bald eingerichtet wird, sei "kompliziert und komplex", so Leiterer. Und natürlich wasserdicht, damit keine Materialen in den Boden versickern. Ingesamt werden in Schonungen im Altlastengebiet in drei Bauabschnitten 55.000 Kubikmeter kontaminierter Boden, belastet mit Arsen, Blei, Kupfer und Chrom, ausgehoben. Danach werden die Bereiche mit geeignetem Material wieder gefüllt. Beim Abbruch der Halle musste wesentlich weniger Wasser zum Binden eventueller Schadstoffe eingesetzt werden als eigentlich gedacht.
Für Be- und Anwohner von Areal und Entsorgungsroute stehen bei Fragen Ansprechpartner zur Verfügung. Ein Bürgerbüro ist nach wie vor eingerichtet. Doch auch die Mitarbeiter des Umweltamtes wollen künftig so oft wie möglich als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen. "Die Bewohner können es sich aussuchen, an wen sie sich wenden", sagt Leiterer. Bezüglich einer Sorge der gesamten Gemeinde konnte mittlerweile Entwarnung gegeben werden: Im Bereich des Alban-Parks am Main muss zwar auch gegraben werden, allerdings wird das erst ab Oktober der Fall sein, weshalb die Kirchweih im August und eine Federweißen-Rallye auf dem Festplatz nicht gefährdet sind. Im Bereich der Lebenshilfe richten sich die Baumaßnahmen ebenfalls nach den örtlichen Gegebenheiten: Hinter dem Haus wird genau dann gearbeitet, wenn Schulferien sind. "An manchen Grundstücken dauert es länger, an anderen vielleicht nur wenige Tage", weiß Leiterer. Und genau diese Vorhaben gilt es nun eben abzuklären, ebenso die Wege der Lkws exakt abzustimmen. Am Umschlagplatz Sattlerwiese werden in der Hochphase bis zu sechs Fahrten pro Stunde abgewickelt. Bis zu 500 Tonnen Bodenmaterial landen dann pro Tag in der Rothmühle.
Erste städtebauliche Planungen, wie denn das Sattler-Areal nach der Wiederherstellung aussehen könnte, existieren bereits. Der Bachlauf der Steinach muss ohnehin für die Einrichtung der Baustelle auf den Sattlerwiesen Richtung Hang verlegt werden. Das übrigens ist eine der ersten nun folgenden Arbeiten. Am Bach entlang soll später ein Fuß- und Radweg führen, mehrere Plätze und Ruhezonen, gar eine Art Terrasse mit kleinen Tribünen sollen ab 2015 ein Verweilen dort angenehm machen, wo es bislang alles Andere als einladend aussieht. Ein Seniorenheim auf der Sattlerwiese könnte dann das nächste große Projekt der Schonunger werden. Geplant werden müssen alle Projekte aber schon zeitnah, um die Fristen für die Städtebauförderung einzuhalten. Und das ist wichtig, denn finanzielle Mittel werden in der Großgemeinde in den nächsten Jahren ohnehin knapp sein.
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